Der Betrieb

Geschichte

Laut HESSE (2011) wurde 1692 das Rittergut erstmalig urkundlich erwähnt. Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts wurde das Gut rein landwirtschaftlich genutzt (HESSE, 2011). Die Ältesten noch heute erhaltenen Gebäude stammen aus der Zeit um 1800. Bei einem Brand im Jahre 1975 waren ältere Bausubstanzen diesem zum Opfer gefallen (HESSE, 2011). Die Anlage wurde symmetrisch angelegt, wobei der Blick auf das Haupthaus fällt. Dieses wurde 1830 in einem spätklassizistischen Stil erbaut (HESSE, 2011). Es schließt sich dem Gutspark und somit den Wiesen an. 1919 wurde das Gut von dem Diplomaten Dr. Christian Jordan erworben (HESSE, 2011). Dieser ließ nach Angaben von HESSE (2011), das Gebäude nach Plänen von Paul Schultze-Naumburg 1924 zu einem Sanatorium für Morphin- und Alkoholabhängige umbauen. Diese Klinik existierte jedoch nicht sehr lange. Nach Angaben von HESSE (2011) wurde 1943 das Gut durch den Allgemeinen Hannoverschen Klosterfons erworben. Im selben Jahrverpachtete dieser das Gut an das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Universität Halle. Das Gut lag in der damaligen sowjetischen Besatzungszone und wurde nicht nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, im Zuge der Bodenreform, besatzungsrechtlich enteignet (HESSE, 2011). Erst unter dem Regime der DDR 1961 wurde es zu Volkseigentum erklärt (HESSE, 2011). Somit war es nach Ende der DDR möglich das Gut wieder dem Allgemeinen Hannoverschen Klosterfonds zuzuführen. Dies erfolgte mit dem Bescheid des Landratsamtes Bernburg vom 5. Mai 1992. Seit diesem Zeitpunkt ist das Gut an den gegenwärtigen Pächter verpachtet (HESSE, 2011).

Seit September 1993 wird das Gut von unserer Familie betreut. In Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft Zörbig werden die Ackerflächen bewirtschaftet, auf denen vorwiegend Winterweizen, Wintergerste, Winterraps und Zuckerrüben angebaut werden

Seit 1993 hat sich das Aussehen des Gutes stark verändert. Der überwiegende Teil, der nicht mehr für den eigentlichen Betrieb benötigt wurde, einschließlich des Haupthauses, wurden veräußert Seit 1996 wird dort von dem Förderverein Gut Mößlitz e.V. eine Tagungsstätte betrieben. Die betrieblichen Gebäude wurden anschließend saniert und ausgebaut und seit 1997 gibt es wieder Tiere auf dem heutigen Gutshof.

Begonnen hat die Tierhaltung mit einer kleinen Schafherde von etwa 10 Tieren, die in den nächsten Jahren stark an wuchs. Im Jahr 2008 wurden rund 150 Tiere gehalten. Anfangs bestand die Herde aus Merinofleischschafen, die dann durch Coburger Fuchsschafe und Kamerunschafe ersetzt wurden. Grund für den Wechsel war das Fleisch. Einzeln und als Kreuzung ergab das Fleisch einen wildähnlichen Geschmack. Später kamen noch Zwergziegen, Esel und auch Ponys hinzu. Untypisch für einen landwirtschaftlichen Betrieb, wurde im Jahr 2002 Lamas und später auch Alpakas gekauft, die zu diesem Zeitpunkt anerkannte Haustiere waren . Nach dem Jahr 2008 wurde die bestehende Schafherde verkleinert. Momentan hält der Betrieb etwa 50 Schafe, der Rasse Kamerun und Charolaiskreuzungen.

Der Betrieb heute

Das Klostergut Mößlitz liegt im Ortsteil Mößlitz der Stadt Zörbig. Diese liegt zentral zwischen Bitterfeld – Wolfen, Halle/Saale, Köthen/Anhalt und etwas weiter entfernt auch Leipzig (vgl. Abb.1) Alle Orte sind von Zörbig aus per Auto, Bus und Bahn oder per Fahrrad gut zu erreichen. Zörbig liegt im Landkreis Anhalt- Bitterfeld und somit im Land Sachsen-Anhalt.

Abbildung 1 Lage des Ortes (GOOGLE MAPS, 2012)

Der Hauptzweig des Betriebes ist der Pflanzenbau, wobei auch eine Tierhaltung stattfindet. Das Gut umfasst insgesamt 250 ha Fläche. 240 ha davon entfallen auf reine Ackerflächen und der verbleibende Anteil auf Wiesen. Die Ackerzahl beträgt im Durchschnitt 79, mit einer Lage von 80 m über NN. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 8,2°C. Mößlitz liegt im Regenschatten des Harzes und hat diesbezüglich nur einen mittleren Jahresniederschlag von 450 m.

Die Flächen des Betriebes sind überwiegend Zupachtflächen von der Klosterkammer Hannover und liegen arrondiert zum Gutshof. Somit sind diese in weniger als 10 Minuten erreichbar

Es eine Zusammenarbeit mit der Agrargenossenschaft Zörbig, da nicht alle benötigten Maschinen im Betrieb vorhanden sind. Zum Ausgleich unterstützt das Klostergut die Agrargenossenschaft, vor allem bei der Bodenbearbeitung und Ernte.

Im Anbau befinden sich hauptsächlich Winterweizen, Wintergerste, Winterraps und Zuckerrüben. Mais und Hafer werden unregelmäßig auf kleinen Teilflächen zum Futterbedarf angebaut.

Neben dem Pflanzenbau betreibt der Betrieb auch eine kleine Tierzucht mit verschieden Tierarten. Einige davon sind landwirtschaftlich geprägt andere nicht.

Quellen

HESSE (2011) – Andreas Hesse, Klosterkammer Hannover

                              “Klostergüter – ein niedersächisches Erbe”, Verlag HINSTORFF; 1. Auflage