Schafe und Zwergziegen

Der Betrieb hält momentan Quessanten als Hobby. Der Bestand umfasst hier 7 Tiere in den Farben Schwarz und Braun.

Als Nutzungsrasse werden zum einem noch als Restbestand Kamerunschafe und Kreuzungen aus Kamerun und Coburger Fuchsschaf gehalten.

Desweiteren wurde im letzten Jahr 25 Wollschafe neu angeschaft. Es sind Kreuzungen mit Charollais-Schafe. Hierzu wurde ein Bock der Rasse Ile de France zur bedeckung erworben.

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Beschreibung der einzelnen Rassen

a.) Charollais

Rassetypische Merkmale
Das Charollais ist ein aus Frankreich stammendes mittelgroßes Fleischschaf. Der Kopf ist unbewollt, von Oberhaaren frei und erscheint rosa oder grau, Pigmentflecken können vorkommen. Die Stirn ist breit, die Ohren sind fein, lang und beweglich und von gleicher Farbe wie der Kopf. Der Körper ist lang mit stark ausgeprägter Rückenmuskulatur. Die Brust ist breit und tief. Die Gliedmaßen sind bis zu den Vorderfuß-/
Hinterfußwurzelgelenken bewollt und ähnlich pigmentiert wie der Kopf, aber nicht zu dunkel.
Die weiße kurze Wolle hat eine Feinheit von 26 bis 29 µ.

Der Brunstzyklus ist stark saisonal, eine Erstzulassung ist im ersten Lebensjahr möglich, bei Lebendmassen über 55 kg.

Das Charollais ist ein typisches Koppelschaf für Standorte mit mittlerer bis hoher Ertragsfähigkeit. Da die Lämmer mit sehr kurzer Wolle geboren werden, sollte vor allem bei Lammungen im zeitigen Frühjahr Witterungsschutz in dieser Zeit vorhanden sein.

Zuchtziel
Züchtung eines sehr frühreifen, vor allem fruchtbaren und frohwüchsigen Schafes mit hervorragender Fleischqualität und Schlachtausbeute bei geringer Verfettung. Die ausgeprägten Innen- und Außenkeulen sollten nicht zu kurz sein. Die Gliedmaßen sollten nicht zu lang und nicht zu dunkel pigmentiert sein.
Sehr geringer Schwergeburtenanteil, hohe Säugeleistung.
Die Wolle sollte frei von pigmentierten Wollhaaren sein.

 

Leistungsdaten

Mastleistung tägliche Zunahme, g 400-450
Schlachtausbeute, % > 50
Brunstverhalten stark saisonal
Ablammergebnis in %
Wollhaardurchmesser in mm 26-29
Feinheit
Erstzulassung, Mon. im 1. LJ

Maße und Gewicht

Bock Schaf
Widerristhöhe, cm 65 – 75 60 – 70
Lebendgewicht, kg 110 – 140 80 – 110
Rumpflänge, cm 80 – 90 75 – 85
Wollleistung, kg

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b.) Ouessantschaf

Rassebeschreibung
Das Ouessantschaf (bretonisches Zwergschaf) ist die kleinste Schafrasse der Welt und stammt von der Ile d´Ouessant vor der Westküste der Bretagne. Es gehört zur Gruppe der kurzschwänzigen, nordischen Heideschafe.
Das Schaf ist klein, relativ hochbeinig und hat – von oben gesehen – einen rechteckigen Körperbau. Der Kopf ist fein und regelmäßig und nur bei den Böcken geramst.
Die Mutterschafe haben nur Hornstümpfe oder kleine Hörner, während die Böcke ein ausgeprägtes, geschwungenes Gehörn tragen. Die Gliedmaßen sind fein. Der Schwanz ist kurz und endet wenig über dem Sprunggelenk.
Das Ouessantschaf hat eine sehr langabwachsende, dichte und grobe Wolle mit sehr dichter Unterwolle. Die Vliesfarbe muss einheitlich schwarz, braun oder weiß sein.

Die Brunstsaison ist kurz (Oktober bis Anfang Januar). Erstzulassung ist mit 7 bis 8 Monaten möglich.

Zuchtziel
Erwünscht ist ein hartes und anspruchsloses Schaf mit geringsten Futter- und Versorgungsansprüchen. Die Farbe des Vlieses muss einheitlich sein.
Die Hörner der Böcke müssen mit einer einzigen Windung großen Durchmessers gerollt sein und mindestens drei Finger breit Abstand vom Kopf haben.
Die maximale Höhe am Widerrist beträgt bei ausgewachsenen dreijährigen Böcken 49 cm, bei weiblichen Tieren gleichen Alters 46 cm.

 

Leistungsdaten

Tägliche Zunahme, g 50-100
Brunstverhalten saisonal
Ablammergebnis in % 100
Wollhaardurchmesser in mm
Feinheit
Erstzulassung, Mon. 7-8

 

Maße und Gewicht

Bock Schaf
Widerristhöhe in cm 40-48 35-45
Lebendgewicht in kg 15-20 13-16
Wollleistung, kg 1,2-1,8 1,0-1,5

 

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c.) Kamerunschaf

Rassebeschreibung
Das Kamerunschaf stammt aus Westafrika. Es ist ein kleines, kurzschwänziges Haarschaf.

Der Kopf ist länglich mit kleinen Ohren, die Mutterschafe sind hornlos. Das schneckenförmige Gehörn der Böcke gilt ebenso als Geschlechtsmerkmal wie eine Mähne an Hals und Brust.

Das Haarkleid ist dicht und eng anliegend und wird im Winter durch eine dichte Unterwolle, welche im Frühjahr wieder abgestoßen wird, ergänzt. Die rassetypischen Fellfarben sind braunmarkenfarbig, Bauch, Kopf und Beine sind mit schwarzer Zeichnung. Es gibt aber auch schwarzmarkenfarbige und reinschwarze Tiere.

Die Brunst ist asaisonal, zwei Lammungen in einem Jahr sind möglich und die erste Zulassung kann im Alter von 7 Monaten erfolgen.

Zuchtziel
Züchtung eines anspruchslosen, widerstandsfähigen Landschafes mit Haarkleid. Tiere mit nicht rassetypischer Farbe können nur ins Vorbuch eingetragen werden. Die Fellfärbung muss mit verzeichnet sein.

 

Leistungsdaten

Mastleistung 120-150
Schlachtausbeute
Brunstverhalten asaisonal
Ablammergebnis in % 150
Wollhaardurchmesser in mm
Feinheit
Erstzulassung, Mon. 7

 

Maße und Gewicht

Bock Schaf
Widerristhöhe in cm 55-60 45-55
Lebendgewicht in kg 40-50 30-40
Rumpflänge
Wollleistung, kg

 

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d.) Ile de France

Rassebeschreibung
Das Ile de France ist eine französische Fleischschafrasse.

Es ist sehr frühreif, sehr fleischwüchsig und verfettet relativ spät, die Schlachtkörperqualität ist sehr gut.
Die Stallmast ist bei dieser Rasse besonders empfehlenswert.

Die Wolle ist weiß und die Bewollung reicht bis auf das Vorderfußwurzelgelenk und an der Hinterhand bis über das Sprunggelenk. Die Wollfeinheit weist ein AB-B (23 – 26 Mikron) Sortiment auf.

Die Erstzulassung kann bereits mit 10 Monaten erfolgen.

Zuchtziel
Züchtung eines weißen, großrahmigen, frohwüchsigen Schafes mit besonders gut ausgeprägter Bemuskelung der Keulenpartie.

 

Leistungsdaten

Mastleistung 400-430
Schlachtausbeute 50-52
Brunstverhalten asaisonal
Ablammergebnis in % 150-200
Wollhaardurchmesser in mm 24-28
Feinheit
Erstzulassung, Mon. 10

 

Maße und Gewicht

Bock Schaf
Widerristhöhe in cm 80-85 70-75
Lebendgewicht in kg 125-150 75-90
Rumpflänge 90-100 75-85
Wollleistung, kg 4,0-6,0 4,0-6,0

 

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Coburger Fuchsschaf

Rassebeschreibung
Diese Landschafrasse ist ursprünglich in vielen Mittelgebirgsregionen Deutschlands beheimatet gewesen (z.B. Coburger Füchse, Oberpfälzer Füchse, Westerwälder Füchse, Eifeler Füchse).

Das Coburger Fuchsschaf ist ein mittelgroßes Schaf, mit hornlosem, schmalem Kopf, der bis hinter die Ohren unbewollt ist, von goldgelber bis rotbrauner Farbe. Eine leichte Ramsnase ist möglich.

Die Beine sind unbewollt und von gleicher Farbe wie der Kopf. Die Hinterbeinstellung ist leicht gewinkelt. Das Schaf hat eine langabwachsende Mischwolle.

Das Vlies der neugeborenen Lämmer ist rotbraun und hellt mit zunehmendem Alter auf, wird aber auch bei erwachsenen Tieren in der Regel nicht ganz weiß. Für die unterschiedlichen Typen ist ein goldener bis rotbrauner Schimmer in der Wolle kennzeichnend („Goldenes Vlies“).

Die Coburger Fuchsschafe verfügen über eine lange Brunstsaison. Die erste Zulassung ist im Alter von 12 – 18 Monaten möglich.

Zuchtziel
Züchtung eines widerstandsfähigen, genügsamen, pferchfähigen Landschafes mit besonderer Eignung zur Koppel- und Hütehaltung in den rauhen Mittelgebirgslagen. Erhaltung der regionalen Rasseschläge.

 

Leistungsdaten

Mastleistung tägliche Zunahme, g 250-300
Schlachtausbeute 38-40
Brunstverhalten
Ablammergebnis in % 130-180
Wollhaardurchmesser in mm 33-36
Feinheit CD
Erstzulassung, Mon. 12-18

 

Maße und Gewicht

Bock Schaf
Widerristhöhe in cm 75-80 68-75
Lebendgewicht in kg 85-105 60-85
Wollleistung in kg 4,0-5,0 3,0-4,0

 

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Afrikanische Zwergziegen

Momentan haben wir 7 Weibchen, 2 Jährlinge und 2 Lämmer.

Einen zuchtfähigen Bock haben wir zur Zeit nicht, jedoch sind wahrscheinlich noch 4 Weibchen tragend.

Geschichte und Verbreitung:

Ziegen haben Ägypten um 5000 v. Chr. erreicht und der kleine, kurzohrige, säbelgehörnte allgemeine Typ war gelegentlich auf Grabmalereien des 4. Jahrtausends bebildert. Die echte Art der Zwergziegen ist auf 15 Länder in West- und Zentralafrika begrenzt, von denen alle – ausser der Zentralafrikanischen Republik – an die Altantikküste angrenzen (Guinea Bissau, Guinea, Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin, Nigeria, Kamerun, Kongo, Equatorial Guinea, Gabon, Zaire, Zentralafrikanische Republik). Auch im Senegal sind sie zu finden. Viele dieser Zwergziegen kamen auch in die USA und nach Europa, wo sie als Haustiere und in Zoos gehalten werden. In den USA sind sie als afrikanischer Zwerg oder Pygmy bekannt.Die gesamte Population in Westafrika liegt bei ca. 16 Millionen. Wesentlich begrenzt auf die feuchten Waldzonen mit mehr als 240 Wachstumstagen und mehr als 1500 mm Niederschlag pro Jahr. Viele dieser Zonen sind infiziert von Tsetsefliegen und “trypansome” Infektionen sind weit verbreitet. Die Wirtschaftssysteme ausserhalb der städtischen Gebiete sind landwirtschaftlich und in einem kleineren Ausmass gibt es Wanderbeweidung durch viele ethnische Gruppen.Leider wurde und wird die echte Zwergziege in vielen Ländern mit grossen Ziegen gekreuzt, so dass vielerorts nur noch Verzwergungen und Mischlinge anzutreffen sind, was teilweise dem Ansehen der wirklichen Zwergziege schadet. Die Westafrikanische Zwergziege ist auch bekannt unter den folgenden Namen: Djallonke, West Afrikanischer Zwerg, Afrikanischer Zwerg, Ziege von Fouta Djallon, Guineaner, Guinea Zwerg, Kamerun Zwerg, Ghana Zwerg, Ghana Wald, Wald Zwerg, Nigeria Zwerg, Steppen Zwerg, Kongo Zwerg, Zwergziege, Ziege von Casamance, Hausa, Kosi, Mossi, Kamerun, Kirdi, Kirdimi, Mayo-Kebbi (in Chad).


Aussehen:

Die Westafrikanische Zwergziege hat einen starken Kopf mit ausbauchender Stirn, das Profil ist gerade oder wenig konkav. Sie hat meist einen schmalen Mund, wobei der Unterkiefer etwas länger als der Oberkiefer sein kann. Die Hörner sind bei weiblichen Tieren aufwärts/rückwärts gerichtet, bei Böcken auswärts/rückwärts. Die Ohren sind relativ kurz und werden stehend getragen, Halsglöckchen sind gelegentlich bei beiden Geschlechtern vorhanden. Böcke tragen einen Bart und eine schwache Mähne, weibliche Tiere tragen nur gelegentlich einen Bart. Der Brustumfang ist im Verhältnis zum Widerrist viel grösser, die Rückenlinie ist gerade und lang, die Kruppe ist gut entwickelt. Das Euter ist klein aber relativ gut entwickelt, 2 und 4 Zitzen kommen vor. Die Farbe ist entsprechend der Region sehr variabel, dunkelbraun mit schwarz ist am meisten vertreten, aber schwarz-, weiß-, braun-gescheckt sowie Mischfarben treten auch oft auf. Das Deckhaar ist kurz und normalerweise steif, selten wellenförmiges langes Haar.

Eigenschaften:

Diese Rasse ist robust und kann auch in kälteren Regionen ohne Probleme gehalten werden. Sie ist langlebig und hat eine hohe Fruchtbarkeit. Die Brunst ist asaisonal und kann unter Umständen schon sehr früh eintreten, meist aber zwischen 7 – 9 Monaten. Drei Geburten in 2 Jahren sind möglich. Die Westafrikanische Zwergziege bekommt im Durchschnitt ein bis zwei Lämmer pro Geburt, aber auch Drillinge und Vierlinge sind nicht ausgeschlossen. Böcke werden mit 6 – 10 Monaten geschlechtsreif aber auch eine frühere Geschlechtsreife ist möglich. In Afrika wird die Westafrikanische Zwergziege als Fleischziege gehalten, wobei das Fleisch mit der Haut gegessen wird. Der Fleischertrag ist eher klein. Der Milchertrag ist so gering (ca. 2 – 4 dl. pro Tag in der Säugezeit), dass die Zwergziege nicht zum Melken geeignet ist.

Maße und Gewichte:

Die weibliche Zwergziege wiegt ca. 18 – 22 kg, die Böcke ca. 20 – 25 kg. Die Widerristhöhe liegt bei beiden Geschlechtern bei ca. 30 – 50 cm.